peter l. schedler


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In Peter Lorenz Schedlers Arbeit lassen sich Versatzstücke ausmachen,
die sowohl in seinen Zeichnungen als auch in seinen Drucken oder Leuchtkästen wieder kehren.
Er bedient sich, wie er sagt, aus einem aufgebauten Bild­angebot – aus einem „Bildgitter“.
Er nutze „diese Elemente mit der Absicht, Zufälle – besser Unfälle – herbeizuführen, die über die zugrundeliegenden Erzähl- und Zeichenstränge hinausgehen.“
Es ergeben sich während der Arbeit eigene werkimmanente Regeln,
die außerhalb der speziellen Logik von den einzelnen Versatzstücken stehen und mitunter „absurde Geschichten“ erzeugen. Sie begleiten den Betrachter in eine Bildwelt, in der „der Dialog zwischen Betrachter und Kunst lebendig ist“.
Peter Lorenz Schedler folgt keinem Bildkonzept, sondern einer Handlungsmethode, die er in seiner Ausbildung der Malerei bei Prof. Suchland in der HdK-Berlin erlernte und als Meisterschüler verfeinerte. Teils erweitert er seine zeichnerisch angelegte Arbeit mit gestischen Farbflächen als „Gegenparts“.
Sie unterstreichen, vermitteln, ergänzen oder widersprechen der zeichnerischen Vorgabe.
Teils entwickeln die Teile als absurder Moment eine Eigenwertigkeit und werden zum selbstständigen Versatzstück in der Zeichnung immer aber dem Bild als gesamtes unterworfen.
Die fein modulierten Strichqualitäten Schedlers Zeichnungen stehen für hartes Architektonisches oder flüchtiges Menschliches.
Für mich sind spezielle Linien der Mittelpunkt, die Schedler als „Kommunikationslinien“ beschreibt.
Ein Blick beispielsweise sei „ein physischer Kontakt“, sagt Schedler, „der in der Zeichnung ebenso dargestellt werden könne wie auch ein Arm“.
Damit erhebt er u.a. den Blick zu einer neuen Qualität und sichtbaren Ausdehnung in der Zeichnung,
die gleich einer Armhaltung eine Geste ausgedrückt.
Als ob ein weiteres Gliedmaß darzustellen wäre, integriert er sie als Zeichnungsbestandteil in seinen Bildern und erweitert die Gebärdensprache seiner Figuren.
Schedler legt in den Gebärden seinen Figuren eine besondere Sinnlichkeit an.
Dabei unterwirft er die Gesten keiner allegorischen Motivation, sondern öffnet den Raum für „unvorhersehbare Geschichten und Verwicklungen“ im Bild.

Andreas Greußlich